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Alle Welt spricht zurzeit von der Generation Y und wie diese den Arbeitsmarkt revolutioniert hat. Sie zählt zu den am besten erforschten Generationen. Und das nicht ohne Grund – hat sie doch mit ihrer besonderen Einstellung zur Arbeit einiges verändert. Die Gen Y hat größtenteils einen akademischen Hintergrund, sei aber dennoch faul, schwierig und schlichtweg einfach anders als vorherige Arbeitnehmer-Generationen.

Doch darf nicht außer Acht gelassen werden, dass sich bereits eine neue Generation in den Arbeitsmarkt drängt – die Generation Z. Während die Generation Y, auch Digital Natives genannt, sich den immer neuen Technologien stetig anpasste, wächst die Generation Z von Geburt an zwischen Smartphone, MacBook, iPod und Co auf und hat das Swipen ebenso im Blut wie das Fläschchen halten.

Ist Dein Unternehmen bereit für diese neue Arbeitnehmer-Generation? Eine wichtige Frage, die sich Dein Unternehmen stellen sollte, denn gerade diese neue Generation bringt neue Ideen und Anforderungen an die Arbeitswelt mit sich.

Wer ist diese Generation Z überhaupt und wie verändert sie die Arbeitswelt?

Die Generation Z beschreibt die zwischen 1997 und 2012 Geborenen und unterscheidet sich deutlich von seinen Vorgängern. Sie ist die erste wirklich digitale und globale Generation. Die Z’ler haben noch nie eine Welt ohne Internet erlebt und ein Großteil kann sich ein Leben ohne Smartphone nicht vorstellen. Selbstverwirklichung wird nicht mehr ausschließlich in der Arbeit gesucht, sondern vielmehr in ihrer Freizeit und sozialen Beziehungen. Zudem verschwimmen die Grenzen zwischen Virtualität und Realität bei der Gen Z zunehmend – der Austausch mit der Gesellschaft findet ununterbrochen statt.

Anders als ihre Vorgängergeneration trennen die Arbeitnehmer von morgen wieder stark zwischen Berufs- und Privatleben. Klare Strukturen sind wieder erwünscht. Zudem geht die Generation Z einen großen Wunsch nach freier Entfaltung und ist sich auch ihrer unsicheren Zukunft bewusst. Sie streben nach freier Entfaltung in sämtliche Richtungen, was eine gewisse Ratlosigkeit und Ausprobieren, welcher Weg für sie der passende ist, mit sich bringt. Das Problem dabei: Die Generation Z sieht sich weder gern in einer Führungsposition, noch stellen sie sich den großen Herausforderungen unserer Zeit.

Die Z’ler stellen sich selbst in den absoluten Mittelpunkt und gleichzeitig das Weltbild der Generation Y auf den Kopf: weniger Wettbewerb, mehr Sicherheit. Weniger Karriere, mehr Wohlbefinden. Weniger Verantwortung, mehr Freizeit. Ist das wirklich so? Wir räumen auf mit den Mythen der neuen Arbeitnehmergeneration*.

Homeoffice? Nein Danke!

Das von der Generation Y noch so hoch geschätzte Home-Office möchte die Generation Z nicht mehr. Nur noch wenige Z’ler legen Wert auf die Arbeit von zu Hause. Die junge Generation scheint mit dieser flexiblen Zeitorganisation überfordert zu sein, wurden sie doch von ihrem Elternhaus in Watte gehüllt. Zudem war ihr Studium stets durchstrukturiert – die Generation Z musste sich, etwas taff ausgedrückt, nie wirklich selbst organisieren. Mehr als die Hälfte der Gen-Z’ler möchte zudem lieber innerhalb eines kleinen Teams im Büro arbeiten. Das Arbeiten außerhalb des Firmengebäudes ist nur für eine geringe Zahl der neuen Arbeitnehmer-Generation eine Option.

Start-Up adé!

41 Prozent der Befragten gaben an, dass sie am liebsten in einem mittelständischen Unternehmen arbeiten würden. Dicht gefolgt von internationalen Großkonzernen. 38 Prozent gaben an, ihren Arbeitsalltag in einem großen, internationalen Unternehmen oder einer gemeinnützigen Organisationbestreiten zu wollen. Start-Ups bilden hier eher das Schlusslicht. Lediglich 13 Prozent gaben an, später in einem Start-Up arbeiten zu wollen; 6 Prozent haben vor, sich selbstständig zu machen.

Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung sind erwünscht

Auf die Frage, welche Prioritäten die Gen Z im Berufsalltag setzt, gaben 64 Prozent der Befragten an, dass ihnen die eigenen Karrieremöglichkeiten am wichtigsten seien, dicht gefolgt von einer großzügigen Bezahlung (44 Prozent). Deutlich weniger Z’ler hegen den Wunsch, durch ihre Arbeit einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft zu nehmen. Das Schlusslicht bildeten ein kurzer Weg zur Arbeit (kurze Pendelzeit, 6 Prozent) sowie eine beeindruckende Berufsbezeichnung (3 Prozent).

Ehrlichkeit und Integrität statt großer Visionen

Was die Mehrheit (38 Prozent) der Z’ler sich wünschen, ist eine Führungsperson, die Ehrlichkeit und Integrität inne hat. Auf die Frage, welche Eigenschaften die Gen Z am meisten an einer Führungsperson schätzen, landeten Mentoring-Fähigkeiten auf Platz 2 (21 Prozent) sowie Leidenschaft auf Platz 3 (18 Prozent). Das Schlusslicht bildeten hier Vision, Mitgefühl und Intelligenz.

Was bedeutet das für Dich als Arbeitgeber? Du musst ihnen Raum für ihre persönliche Weiterentwicklung und ihren Erfolg geben. Sie wollen Anleitung, Richtung, Unterstützung und Coaching. Sie wollen nicht nur vom Bildschirm aus lernen und über tragbare Geräte kommunizieren, sondern wollen auch die menschliche Seite in einem Leader sehen. Kurz gesagt: Wenn Du die Generation Z für Dein Unternehmen gewinnen willst, musst Du darauf vorbereitet sein, ihnen in Form eines Coaches den Weg zu weisen.

Realistisch denken!

Auf die Frage, ob die Generation Z mehr oder weniger als ihre Vorgänger-Generationen arbeiten müsse, erwarten 77 Prozent der Befragten, mehr arbeiten zu müssen. Gerade einmal 16 Prozent glauben an einen geringeren Workload. Die Teilnehmer der Umfrage gehen davon aus, dass die unterschiedliche Arbeitsethik, unterschiedliche Werte und Erwartungen die größte Herausforderung für sie bei der Arbeit in einer generationenübergreifenden Belegschaft darstellen werden (50 Prozent). Sie befürchten auch, dass die sogenannten Babyboomer sie als „Kinder“ betrachten und ihre Ideen nicht ernst nehmen.

Fazit

Die Generation Z wird den Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren definitiv noch einmal revolutionieren. Bis 2020 werden sie rund 20 Prozent der Gesamtbeschäftigten ausmachen. Grund genug, sich intensiv auf die neue Generation vorzubereiten. Gen Z’ler sind bestrebt, einen Beitrag zu leisten und sich zu profilieren. Der Schlüssel dazu ist, sie zu respektieren, sie zu fördern und ihre Energie und Begeisterung zu bündeln. Unternehmen, die Gen Zers annehmen und ihre Bindungsbemühungen verstärken, werden mit ihrer harten Arbeit, guten Ideen und ihrem leidenschaftlichen Engagement belohnt.

Wichtig wird es also in Zukunft sein, dass Du als Arbeitgeber verstehst, welche Zielgruppe welche Bedürfnisse besitzt und diese dann gezielt und individuell ansprichst. Dazu solltest Du Dir darüber im Klaren werden, welche Stärken und Schwächen in den unterschiedlichen Generationen vorherrschen und die Erkenntnisse in Deine Unternehmens- und insbesondere in Deine Recruiting-Strategie einfließen lassen.

*in Anlehnung an die Robert Half Gen Z Studie

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Über den Autor
Jasmin kam zufälligerweise bei uns vorbei. Angelockt vom Duft diverser Süßigkeiten aus unserer Snackbox, war ihre Entscheidung sofort klar - hier muss ich arbeiten. Als Expertin im Marketing schreibt sie am liebsten Beiträge zu diversen Themen in diesem Bereich.