Wie hat sich die Mediennutzung seit dem Beginn von COVID-19 verändert?

Für uns alle hat sich das Leben seit Februar enorm verändert und nicht nur die Gesundheitsbranche ist betroffen. Die Gastronomie und der Tourismus kamen zum Erliegen, Bürogebäude stehen leer und physischer Kontakt ist eingeschränkt. Diese Einflüsse haben auch eine radikale Veränderung in unserer Mediennutzung mit sich gebracht. Die App Annie ist ein Daten und Analyse Experte, Sie hilft uns die Entwicklungen in den letzten 3 Monaten zu verstehen. 

Wie genau hat die Pandemie uns und unsere Zielgruppe beeinflusst?

Wir alle sind mehr vor den Bildschirmen, egal ob Klein oder Groß. In China wird das Smartphone bis zu 30% mehr genutzt, in Deutschland allerdings nur bis zu 2%. Der Trend in Deutschland geht ganz klar in Richtung größere Bildschirme. Allerdings können wir eine 50%-ige Steigerung im Nutzen von Büro- und Bildungs Apps verzeichnen. Darunter zählen vor allem die Apps, die uns eine bessere Zusammenarbeit ermöglichen, diese verzeichnen im Februar einen 135% Anstieg im Downloadbereich im Vergleich zum gesamten letzten Jahr. Auch unsere Plattform charly.education hatte einen 4-fachen Anstieg an Registrierungen und eine bis zu 8-fache Steigerung der Nutzung verzeichnen können. 

Gerade wegen der instabilen wirtschaftlichen Lage des Aktienmarktes sind auch Fintech-Apps in der Beliebtheit im zweistelligen Prozentbereich gestiegen. Wem das trotzdem zu riskant ist, scheint den Entertainment Sektor zu unterstützen. Gaming Apps erreichen einen 80%-igen Anstieg und die “Gemeinsam Allein”- Gewinner sind die Social Media Plattformen. TikTok wurde, zum Beispiel, für 30 Millionen Stunden von seinen Nutzern in der ersten Märzwoche in Anspruch genommen. Auch die Social App Jodel verzeichnete einen Anstieg der täglichen Nutzungsdauer um 30 Minuten. 

Interessanterweise hat sich bei den Dating Apps unmerklich etwas verändert, hier hoffen wir auf die Einhaltung der “Social Distancing”-Regeln und legen nochmal fest, es geht mehr um den physischen Abstand hier – nochmal der Aufruf #flatenthecurve. Oder schließt euch den 15,8 Millionen neuen Netflix-Nutzern an und genießt die Ablenkung. Streaming hat 55% zugelegt in Deutschland und trotzdem feiert das klassische TV sein Comeback, sogar die jüngere Zielgruppe entdeckt das lineare TV für sich. 

Oldschool oder “New Media”?

Als einen der Hauptgründe für das Wachstum des Oldschool Fernsehens geben die Befragten an sich auf das Nachrichtenangebot besser verlassen zu können. Rund 44% unterstützen diese Aussage, gegenüber der unkontrollierten Informationsflut im Netz, verlasse man sich lieber auf die Sender. 

Bedingt durch die Schließung von Kiosks und anderen Konsequenzen von Corona, gab es einen 30%-igen Einbruch im Kauf von physischen Zeitungen. Doch die Bereitwilligkeit, für Nachrichten zu zahlen, ist trotzdem gestiegen. Die Nutzung des Online-Angebots hat zugenommen. Die Deutschen wollen also informiert bleiben und nutzen dabei verlässliche Quellen. Der Premium-Content wird bis zu 25% mehr nachgefragt und der Anstieg bei Apps liegt sogar bei 31%. Zudem ist die höhere Nutzung der Online Dienste auch mit einer höheren Interaktion mit Produkt Botschaften verbunden. 

Aber wo lassen die Deutschen in dieser Zeit ihr Geld? 

Die Gastronomie durfte man nicht besuchen und Biergärten hatten auch geschlossen. Online-Shopping übernimmt das Steuer. Doch nur 11% mehr wird online vom Restaurant bestellt. Hygieneprodukte wurden online 12% mehr gekauft und der Supermarkt Bedarf liegt bei 10%. 14% Steigerung gab es im Bekleidungssektor und bei Gesundheitsprodukten. Es wurden 13% mehr Bücher gekauft und für Hobbybedarf, wie Blumen und DIY Kits, wurde 10% mehr ausgegeben. 

Die zu erwartenden Einsparungen, Platz 1 - Ausgehen, wie Restaurant- und Barbesuche liegen bei 74%. Direkt danach, mit 68%, folgen Reisen und Mobilität, 66% Einsparungen gab es bei Dienstleistungen. Die Bekleidungsbranche verzeichnet einen Einbruch um 39%, das konnte auch der erhöhte Online Konsum nicht ausgleichen. Schmerzhaft für junge Unternehmen ist auch der Rückgang bei den Investitionen um 32%. Im Hobby-Bereich wird ein Verlust von 31% verzeichnet und 27% bei Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräten und Möbeln. 

Fazit

Doch eCommerce ist nicht wie prognostiziert der Gewinner der Krise, nur der Online-Konsum von Haushaltsgütern hatten sich tatsächlich erhöht. Die intensivere Nutzung von Internetplattformen hat auch in einer erhöhten Interaktion mit Anzeigen geführt. Werbung ist momentan also attraktiver wie zuvor, auch unsere Druckanfragen haben sich vervierfachen können.