Charly-preloader

Waren vor einiger Zeit noch Work-Life-Balance oder Work-Life-Blending in aller Munde, ist es nun die Work-Life-Separation. Denn das Thema Work-Life-Balance hat in der Arbeitswelt längst nicht mehr so viele Fans wie noch vor einigen Jahren. Kritiker bemängeln, dass dieser Begriff eine zu strikte Trennung von Job und Privatleben impliziere: Vielerorts seien die Grenzen zwischen Beruf und Freizeit längst fließend. In Bezug auf die Gen Z macht vielmehr der Begriff Work-Life-Separation die Runde. Die Prioritäten bei der jüngsten Arbeitnehmer-Generation haben sich im Vergleich zur Vorgängergeneration deutlich verschoben. Im Mittelpunkt steht dennoch das immer gleiche Streitthema: Wie viel Arbeit muss sein? Wie viel Freizeit ist angebracht? Und wie lässt sich letztendlich beides bestmöglich miteinander verbinden? In diesem Blogartikel erklären wir, wie diese drei verschiedenen Generationen Arbeitsalltag und Privatleben managen – und geben außerdem wertvolle Tipps, wie Du als Arbeitgeber den Grundstein für ein optimales Arbeitserlebnis für Deine Mitarbeiter legst.

 

Work-Life-What? Unterschied zwischen Work-Life-Balance, Work-Life-Blending und Work-Life-Separation

Work-Life-Balance:Gleichgewicht zwischen Berufs-und Privatleben

Die Work-Life-Balance beschreibt das ausgewogene Verhältnis zwischen beruflichen Anforderungen und den privaten Bedürfnissen eines Arbeitnehmers. Zusätzlich liegt der Fokus auf einem glücklichen Familien- oder Privatleben sowie auf der eigenen Gesundheit. Die jeweiligen Bereiche sind abhängig von den individuellen Bedürfnissen und Wünschen Deiner Mitarbeiter. Dabei sollten weder für das Berufs- noch für das Privatleben die eigenen Energien und Ressourcen so einseitig verbraucht werden, dass der jeweils andere Bereich zu kurz kommt.

Was bedeutet das für Dich als Arbeitgeber? Auch Du solltest daran interessiert sein, eine Work-Life-Balance für Deine Mitarbeiter zu schaffen. Eine angenehme und offene Unternehmenskultur ermöglicht es Deinen Mitarbeitern, Bereiche des Berufs- und Privatlebens unter einen Hut zu bekommen und sorgt gleichzeitig dafür, das Unternehmens-Image zu verbessern. So bleibst Du auf dem hart umkämpften Arbeitgebermarkt wettbewerbsfähig, weil Du Dich gegebenenfalls durch Dein Handeln von der Konkurrenz abhebst.

Work-Life-Blending: Wenn die Grenzen fließend werden

Jobs mit klar definierten Arbeitszeiten, zum Beispiel von 9 bis 17 Uhr, werden in zahlreichen Branchen seltener. Ein Grund dafür ist Internationalisierung, ein anderer liegt in der technologischen Entwicklung – Stichwort Digitalisierung. Schließlich sind wir dank mobiler Devices wie Smartphone, Tablet und Co. prinzipiell jederzeit und an jedem Ort erreichbar. Räumliche und zeitliche Grenzen verschwimmen zunehmend.

Für viele Arbeitnehmer ist dieses Phänomen der blanke Horror. Sie finden: Wenn die strikte Trennung zwischen Job und Freizeit wegfällt, kommt eine der beiden Sphären auf jeden Fall zu kurz – in den meisten Fällen das Privatleben. Befürworter des Work-Life-Blending argumentieren: Feste Arbeitszeiten und -orte sind zu unflexibel für moderne Lebensverhältnisse.

Die größere Selbstbestimmung ist allerdings auch mit einer erhöhten Selbstdisziplin verbunden. Durch die flexible Zeiteinteilung können einerseits private Angelegenheiten möglicherweise stressfreier erledigt werden, auf der anderen Seite müssen Deine Mitarbeiter die Grenzen für sich selbst abschätzen können und selbst Prioritäten setzen.

Als Arbeitgeber musst Du allerdings beachten, dass Du nicht zu viel von Deinen Mitarbeitern forderst. Work-Life-Blending kann nur dann funktionieren, wenn Du die Zufriedenheit Deiner Mitarbeiter im Auge behältst und sicherstellst, dass ihr Privatleben trotz veränderter Strukturen nicht darunter leidet. Statt festgelegte Arbeits- und Pausenzeiten eignen sich individuelle Lösungen besser.

Voraussetzung für das Work-Life-Blending bildet dabei in jedem Fall ein flexibles Arbeitszeitmodell. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass Deine Mitarbeiter kommen und gehen können, wann sie wollen. Das ist meist schon aufgrund festgelegter interner Strukturen nicht in jedem Unternehmen realisierbar. Allerdings kannst Du Kernzeiten festlegen, zu denen jeder Mitarbeiter im Büro sein sollte. Eine andere Möglichkeit wäre es, Deinen Mitarbeitern eine monatliche Stundenzahl vorzugeben, bei der sie frei entscheiden können, wann sie diese absolvieren. Selbstverständlich müssen diese Stunden genau dokumentiert werden.

Work-Life-Separation:  klare Trennung für mehr Wohlbefinden

Für viele Arbeitnehmer ist das Konzept des Work-Life-Blending keine Option. Folglich muss eine Alternative her . Hier bietet sich die Work-Life-Separation an. Diese basiert auf einer klaren Trennung zwischen zwei Phasen Arbeits- und Privatleben – die beide positiv empfunden werden. Back to the Roots – das ist die Kurzfassung dessen, was Work-Life-Separation bedeutet. Zurück zur guten alten Zeit, als es noch klare Regeln und Absprachen gab. Arbeit gehört in die eine, Freizeit in die andere Sphäre. Gerade in Zeiten, in denen Mitarbeiter innovativ sein wollen, ist solch ein Abschalten wichtig, anstatt im permanenten Hamsterrrad des Work-Life-Blendings gefangen zu sein.

 

Wie bringen Gen X, Y und Z ihr Berufs- und Privatleben am besten in Einklang?

Für die Generation X ist das berufliche Vorankommen das wichtigste Ziel bei der Suche nach einem Job. So wird diese Generation der 30- bis 50-Jährigen als ambitioniert, individualistisch und ehrgeizig charakterisiert. Die Mitglieder der Generation X sind gut ausgebildet und arbeiten, um sich ein materiell abgesichertes Leben leisten zu können. Im Arbeitsleben zeichnet sich die Gen X durch Ergebnisorientierung, technische Versiertheit sowie das Teilen von Macht und Verantwortung aus.

Die Generation Y, auch als Millennials bekannt, legt großen Wert darauf, dass ihre Arbeit vor allem Sinn macht und Abwechslung bietet. Die junge Generation empfindet Selbstverwirklichung als sehr wichtig, ist jedoch ebenso ein geübter Teamplayer, der sich nicht nur offline, sondern auch in der virtuellen Welt durch eine exzellente Vernetzung auszeichnet. Führungspositionen sind ihnen vergleichsweise weniger wichtig, eher sind sie an Fachlaufbahnen und projektbezogenem Arbeiten interessiert. Als erste Digital-Natives-Generation ist die Gen Y ein Meister der Projektarbeit und engagiert sich auch häufig über den Job hinaus in eigenen Projekten. Arbeit und Privatleben werden somit nicht mehr streng geteilt, sondern ergänzen sich und verschmelzen zunehmend. Dennoch legt die Generation Y viel Wert auf Freiraum für Privates. Aus dem Konzept der Work-Life-Balance entwickelt sich Schritt für Schritt das Work-Life-Blending. Private Angelegenheiten sollten auch während der Arbeitszeit geregelt werden können, gleichzeitig ist die Gen Y jedoch auch bereit, bei Bedarf in der Freizeit zu arbeiten.

Es drängt sich allerdings bereits schon die nächste Generation auf den Arbeitsmarkt: Die Gen Z steht in den Startlöchern. Sie wird völlig anders als die gegenwärtige, noch überwiegend thematisierte Generation Y die Arbeitswelt der Zukunft prägen. Sie ist von Geburt an mit digitalen Technologien aufgewachsen. Aus diesem Grund sind digitale Gadgets aus dem Berufs- und Privatleben dieser Generation nicht mehr wegzudenken. Außerdem wünscht sich die Gen Z feste Strukturen, klare Rollenverteilungen und eine strikte Trennung von Berufs- und Privatleben. Selbstverwirklichung wird nicht mehr nur in der Arbeit gesucht, sondern vor allem in der Freizeit und in sozialen Kontakten. Die Gen Z hegt den Wunsch nach freier Entfaltung, ist sich aber auch ihrer unsicheren Zukunft bewusst.

Die Work-Life-Separation scheint für die Generationen X und Y, die heutigen Arbeitnehmer, weniger von Bedeutung zu sein als für Gen Z. Der Grund dafür? Beide Generationen sind in einem Arbeitgebermarkt aufgewachsen, das heißt, die Nachfrage nach passenden Jobs war größer als das Angebot. Viele konnten es sich schlichtweg nicht leisten, hohe Ansprüche zu stellen. Anders die Generation Z. Der Fachkräftemangel und der daraus resultierende War for Talents bringt sie in die angenehme Lage, sich Jobs aussuchen zu können.

Kommentieren

person
Über den Autor
Jasmin kam zufälligerweise bei uns vorbei. Angelockt vom Duft diverser Süßigkeiten aus unserer Snackbox, war ihre Entscheidung sofort klar - hier muss ich arbeiten. Als Expertin im Marketing schreibt sie am liebsten Beiträge zu diversen Themen in diesem Bereich.